Freitag, 27. Dezember 2013

Helfen in Leyte


Organisation


Ich hatte schon seit längerem versucht nach Leyte zu fahren, um dort zu helfen. Auch um sicher zu gehen, dass alle Spenden wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Nach einigen misslungenen Versuchen mich irgendwo anzuschließen, habe ich schließlich meine Chapter Chefin Maam Jang um Hilfe gebeten. Sie hat mich dann auch gleich dem Director des Office of Disaster vorgestellt. Der Director hat mir sofort angeboten nächsten Samstag morgen mit 15 weiteren Helfern und zwei Lastwagen mit Hilfsgütern nach Leyte zu fahren. So Schnell kann es gehen!

Spenden in Hilfsgüter umsetzen


Durch die Spenden die auf meinem Konto eingegangen sind, hatte ich 785 Euro zu Verfügung. Mein erster Gedanke war einfach Lebensmittel einzukaufen, aber der Director des "Office of Desaster" hatte mir gesagt, dass Decken und Kleidung die am dringendsten benötigten Hilfsgüter sind. Deswegen hatte ich mich dazu entschieden Decken zu kaufen.
Meine Chapter Chefin hat sich gleich angeboten mir dabei zu helfen die Decken zu besorgen. Maam Jang war super hilfreich, weil sie in Gensan die kostengünstigen Läden kennt und sie hat einen super Preis pro Decke ausgehandelt: knapp 2 Euro pro Stück! Somit sind wir dann am Ende auf 397 Decken gekommen. Die Verkäuferin hat erstmal komisch geguckt, als ich gesagt habe: ”397 Stück davon bitte". Es hat auch ein bisschen gedauert bis alle Decken da waren. Die Verkäuferin hat einen Van losgeschickt, um die Decken von einem Lager außerhalb Gensans zu besorgen. Also musste ich noch einen Tag warten bis ich bezahlen konnte. Ich wurde schon ein bisschen panisch, weil ich ja in zwei Tagen los wollte. Doch dann habe ich am nächsten Tag, kurz vor Ladenschluss, für 785 Euro (knapp 50.000 Peso) Decken gekauft. Ein Abenteuer war dann noch die großen Kisten mit den Decken nach Hause zu bekommen. Da ich auf kein Auto oder etwas ähnliches zurückgreifen konnte, musste ich dann mit Trycicle (siehe Blogeintrag vom 11 Dezember) nach Hause. Maam Jang hat kurzer Hand einen Tryciclefahrer herangeholt, der bereit war mich und die Kisten für 100 Peso (ca. 1.80) nach Hause fahren. Beim Fahren hat man schon fast gehört wie das Trycicle unter der Last gestöhnt hat und wir sind nur sehr langsam voran gekommen, aber nach 20 Minuten waren wir dann endlich zuhause.
Am darauffolgenden Tag habe ich dann mit einem Angestellten von meiner Gastfamilie mit einem Auto die Decken zum Laster gebracht. Anschließend habe ich noch beim Beladen des Lasters geholfen.


Eine der gekauften Decken
Die Decke ausgebreitet über meinem Bett
Die Kisten mit den Decken kommen 
Die Kisten sind verladen

Reise nach Ormoc City 


Nach dem der Abfahrtstag immer wieder verschoben wurde sind wir schließlich zwei Tage später als geplant, los nach Lyete. Da wir mit zwei Trucks und einem Van unterwegs waren hat die gesamte Hinfahrt gute 1.5 Tage gedauert. Ich war mit 6 anderen Helfern in dem Van unterwegs. Nachdem wir die Fähre von Surigao genommen haben, waren wir endlich in Leyte. Von dem Hafen waren es nur noch eine Stunde Fahrt bis nach Ormorc City, unser Sammelpunkt. Auf der Fahrt nach Ormoc City hat man schon gesehen mit welcher Kraft der Taifun gewütet hat. Ich hab sehr viele kaputte Bäume und Häuser gesehen.
Doch da diese Gebiet nah am Hafen liegen, war die Hilfe dort schneller Vorort und einiges wurde schon wiederaufgebaut.
Auch in Ormorc wurde viel schon aufgebaut. Es ist wieder der Alltag eingekehrt, wenn man das so sagen kann, die Geschäfte sind geöffnet, die Leute gehen arbeiten und der Verkehr ist im vollem Gange.
Trotzdem sieht man immer wieder an einzelnen Häusern oder Gebäuden wie stark der Taifun war.
Außerdem sieht man, eher außerhalb der Stadt, immer wieder große Müllberge, die zum größten Teil aus Schutt und Wellblech bestehen. Der Müll stammt von den ganzen zerstörten Häusern und Hütten, der wurde von der Polizei und Helfern schon vor einigen Wochen zusammengetragen. Deswegen liegt in Ormorc kaum noch kaputtes Material auf den Straßen.
In Ormoc angekommen haben wir uns erstmal die Stadt angeguckt und gegessen. Leider waren wir, die Helfer, die mit dem Van nach Ormoc gefahren waren, die einzigen aus unserem Team die in Ormorc angekommen sind. Die beiden Laster hatten es nicht geschafft auf die Fähre zu kommen, da viele große Trucks mit Hilfsgütern versuchen auf die Fähre zu kommen, um den Betroffenen zu helfen. Somit mussten wir 2 Tage warten bis die Laster in Ormorc waren.  




Auf der Fähre nach Leyte: Die UN ist auch da.   

Ormorc City

"Ormoc City Superdome"



Verteilen der Relief Goods und der Decken 


Nach einer Nacht Verschnaufpause für die Fahrer der Laster, sind wir dann endlich los und die Hilfsgüter zu verteilen. Da wir zwei Laster hatten, haben wir uns in zwei Teams aufgeteilt. Das eine Team ist in die umliegen Provinzen von Ormoc gefahren und das andere Team ist nach Catanaga (2 Stunden entfernt von Ormoc) und in die umliegenden Provinzen von Tacloban gefahren. Ich wurde dem Catananga-Team zugeteilt.
Nun ging es also endlich los!
Sobald man ein bisschen aus Ormoc raus war wurde die Zerstörung schlimmer. Immer mehr Bäume waren entweder komplett entwurzelt oder die Hälfte war abgesplittert. Mehr kaputte Häuser und mehr notdürftig zusammengebaute Häuschen… Zum Glück waren auf unser ganzen Reise die Straßen geräumt gewesen, deswegen sind wir relativ gut voran gekommen. Auf unserer Fahrt sind wir mehrere Male am Straßenrand angehalten, um den Leuten Lebensmittel, Kleidung oder Wasser zu geben. Es war unglaublich, wie sehr sich die Leute über die Hilfe gefreut haben. Das werde ich nie vergessen.






Ein notdürftig zusammengebautes Häuschen










Nach einem weitern Stop, wo wir Hilfsgüter verteilt haben, durfte ich mit einem Filipino zusammen aufs Dach des Lasters, von dort aus hatte ich einen super Ausblick. Ab und zu musste man zwar den Kopf ducken um einigen Stromkabeln auszuweichen, aber sonst hat es eigentlich Spaß gemacht. Doch von dort oben konnte ich auch beobachten wie Zerstörung immer mehr zu nahm. Als wir kurz vor unserem eigentlichen Ziel waren, stand kein Haus mehr, alle Bäume waren raus gerissen oder in der Hälfte abgebrochen. Es sah so aus, als hätte jemand mit einer Motorsäge alle Bäume ab der Hälfte abgesägt. Einfach nur schrecklich, trotzdem haben mir die Leute etwas mit einem Lächeln zugerufen, was ich leider durch den Fahrtwind nicht verstanden habe. Neben den Rufen waren auch oft Kinder, die versucht haben unseren Laster an die Seite zu winken, leider konnten wir nicht überall halten. Das war ganz schön hart, wenn man die Verzweiflung in den Gesichtern gesehen hat...






Als wir endlich in der Siedlung angekommen sind, wurden wir von allen mit Freudenschreien begrüßt. Wir haben den Laster auf einem Basketballplatz geparkt und wurden dann erstmal zum Essen eingeladen.


Essen in Tolosa
Ein 5000 Liter Wassertank

Nach dem Essen haben wir dann alle Hilfsgüter vom Laster auf den Basketballplatz getragen, mit kräftiger Mithilfe der Einheimischen. Danach haben wir mehrere Tische aufgestellt.

Tisch 1: Bürokratie. Angabe des Familiennamens und Unterschrift, um nachweisen zu können an wenn wir die Güter verteilt haben. Auch wichtig für die Koordinierung der Hilfsgüter, damit man weiß wo und wer und wie viel Hilfe jeder bekommen hat.

Tisch 2: Kleidung. Jede Familie kriegt eine Plastiktüte mit ca. 5 Anziehsachen.

Tisch 3: Lebensmittel. Jede Familie kriegt zwei Tüten mit Essen (Reis, Konserven, Süßigkeiten, Biskuits)

Stand 4: Decken, Jede Familie kriegt eine Decke (Von eurem Geld gespendet!)

Stand 5: Wasser, Jede Familie kriegt zwei Liter Wasser

Ich habe die Decken, die ich von den Spenden gekauft habe, an die Leute verteilt. Dank euren Spenden haben, jetzt 398 Familien eine Decke!!!! Danke!!!


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Nach zwei Stunden hatten alle ihre Lebensmittel, Klamotten, Decken und Wasser. Wir waren fertig mit Verteilen. Es hat super Spaß gemacht, weil man den Leuten wirklich geholfen hat und ich konnte ihnen in Kontakt treten.
Es ist ungefähr ein Viertel von den Hilfsgüter ist übrig geblieben. Die wurden am nächsten Tag an umliegende Provinzen verteilt. Es sind auch 63 Decken übrig geblieben, diese habe ich am selben Tag noch verteilt. Dafür sind wir mit den Van die Hauptstraße runtergefahren und sind immer mal wieder in kleinen Siedlungen angehalten und haben dort den Leuten gegeben. Nachdem wir alle Decken verteilt haben wir uns direkt auf den langen Heimweg gemacht.   


Die letzten Decken verteilen


Freitag, 13. Dezember 2013

DANKE

Unglaublich! Als ich vor ca. einem Monat meinen Spendenaufruf veröffentlicht habe, dachte ich, dass vielleicht 200 Euro zusammen kommen. Aber das nach einem Monat 785 Euro auf mein Konto landen, hätte ich mir nicht vorstellen können. Also nochmal vielen Dank an alle die gespendet haben.
Ich habe bereits von dem Geld Hilfsgüter gekauft und werde morgen mit einem Truck und 7 weiteren Helfern in die Nähe von Tacloban fahren und dort eure und viele andere Spenden an die Leute bringen. Ich weiß noch nicht so genau wie das dort ablaufen wird, aber ein detaillierter Bericht folgt dann am Ende nächster Woche.  

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Öffentliche Verkehrsmittel

Tricycle

Ein Tricycle ist ein Motorrad mit einem Art Anbau, sodass zwischen 1-5 Personen dort Platz haben. Wobei es bei 5 Personen schon recht kuschelig werden kann. Das Prinzip des Tricycles ist das gleiche wie beim Taxi: Man stellt sich an den Straßenrand und wartet bis eins kommt. Dann sagt man wo man hin möchte und wird dort hingefahren. Meistens sind aber mehrere Personen in einem Tricycle, die zu verschiedenen Orten müssen. Also fährt der Fahrer eine Route. Aber wenn mein Ort, wo ich hin muss, nicht in die Route des Tricyclefahres passt, dann schüttelt er mit dem Kopf und fährt weiter. Das passiert besonders oft wenn ich zu mir nach Hause fahren will, denn in der Straße, wo ich wohne ist nicht so viel los. Somit ist die Chance für den Tricyclefahrer relativ gering weitere "Passagiere" dazu zu bekommen und fährt weiter oder verlangt mehr Geld. Manchmal muss ich echt lange warten, bis ich eins erwische, das mich mitnimmt. 
Eine Fahrt kostet zwischen 8 und 20 Peso (ca.15-35 Cent), das schwankt je nach Länge der Strecke. Jedoch versuchen die Fahrer den Preis relativ hoch zu handeln, besonders bei Ausländern. Aber mittlerweile habe ich ein Gefühl dafür entwickelt, wann ich wie viel zahle. Ich fahre im Schnitt 6 mal am Tag mit dem Tricycle, um von A nach B zu kommen.

Ein Tricycle 

Jeepne 


Ein Jeepne, wie der Name schon sagt, ist ein Jeep und hat den gleichen Zweck wie in Deutschland ein Linienbus: Er fährt eine bestimmte vorgegebene Route und transportiert Leute für 8-10 Pesos (ca. 15 Cent) dort hin. Allerdings gibt es in Gensan keine Bushaltestellen, damit der Fahrer weiß wann man aussteigen will klopft mit einer Münze gegen die Haltestange und gibt das Geld anschließend nach vorne. Tickets gibt es nicht! Es wird darauf vertraut, dass die Leute bezahlen und ich habe noch nie jemand gesehen, der einfach so ausgestiegen ist, ohne zu bezahlen. Meistens sind Jeepnes sehr farbenfroh und bunt bemalt.
Ich persönlich fahre nicht so oft mit dem Jeepne, weil es in Gensan, im Verglich zu anderen philippinischen Städten, einfach nicht so viele gibt und weil ich in der Nähe des Stadtzentrums wohne. Dafür gibt es in Gensan so unglaublich viele Tricycles, manchmal hat man das Gefühl es gibt mehr Tricycles als Menschen.

Ein Jeepne

Verkehrsregeln 


So durchstrukturiert wie in Deutschland ist der Verkehr hier lange nicht. Es gibt kaum Verkehrsschilder, Ampeln oder Spuren. Nach meiner Meinung gibt zwei einfache (nicht offizielle) Regeln:

  • Wer das größere Fahrzeug hat, fährt zu erst 
  • Wenn man auf einer größeren Straße fährt, hat man Vorfahrt

Dementsprechend ist der Verkehr teilweise sehr chaotisch. Dennoch habe ich noch sehr wenig Unfälle gesehen, was mich überrascht hat. Meine Erklärung dafür ist, dass die Leute einfach Aufmerksamer sind
beim fahren, da sie sich auf keine Vorfahrt oder Ampel verlassen können.

Stau 


Im Vergleich zu Manila ist der Verkehr in Gensan sehr angenehm, es gibt kaum Stau. In den Stoßzeiten steht man höchstens mal 5-10 Minuten mit dem Auto oder dem Tricycle. In Manila dagegen kann man oft bis zu 4 Stunden im Stau stehen, dass haben mir viele Freiwillige erzählt, die in Manila wohnen.
Natürlich hängt das mit der Einwohnerzahl zusammen: Im Raum Metro Manila wohnen knapp 11.5 Mio. (Schätzung von 2007, Quelle: www.vernetzte-er.de)
 Menschen, in Gensan dagegen wohnen "nur" knapp 530.000. Der wenige Stau hier hat den Vorteil, dass man sich innerhalb von 5-10 Minuten mit Freunden treffen kann. 


Traffic in Gensan 

Freitag, 15. November 2013

Spendenaufruf

Die Menschen, die von Taifun Yolanda betroffen sind brauchen eure Hilfe! Viele Millionen Menschen haben nichts zu essen und nichts zu trinken. Das muss sich schnellst möglich ändern! 
Da ich ja auf den Philippinen bin, kann ich von hier aus eure Spenden direkt in Lebensmittel umsetzen und in die betroffenen Gebiete verschicken! Also könnt ihr auch sicher sein, dass eure Spenden dort ankommen, wo sie auch gebraucht werden. Wer einen Beitrag spenden möchte, kann mir einfach eine Email schreiben:
leon.krueger28@googlemail.com
Schon der kleinste Beitrag kann helfen, denn hier auf den Philippinen kriegt man schon für 2 Euro ein Kilo Reis, Nudeln, Konservendosen und Wasser! 


Quelle: http://asiasociety.org/files/uploads/265images/131111_POD_Philippines.jpg

Mittwoch, 13. November 2013

Helfen für die Opfer von Yolanda

Der Taifun Yolanda hat viel Schaden angerichtet, deswegen haben viele Menschen kein Dach mehr über den Kopf und müssen hungern. Die philippinischen Medien sprechen von 10.000 Tote und ca. 11 Millionen Menschen, die durch den Taifun nichts mehr zu essen haben. Deswegen wird aus dem ganzen Land Spenden gesammelt, auch hier in Gensan. Wir "AFSler"  haben geholfen, die Spenden zu sortieren und dann in Kartons oder Stoffsäcke zu packen. 
Die Spenden bestanden aus:

  • Wasser 
  • Nudeln 
  • Konserven 
  • Reis 
  • Süßigkeiten     
  • Anziehsachen  (werden aber erst später in die betroffenen Regionen geschickt, da es erstmal wichtig ist, dass die Opfer etwas zu Essen und zu Trinken haben)

Aus diesen Spenden, haben wir dann jeweils kleine Notfallpäckchen (für 1-3 Personen) erstellt. Jedes Notfallpäckchen beinhaltet:

  • 3 Packen Nudeln 
  • 3 Konserven mit Fleisch oder Fisch 
  • 5 Kilo Reis 
  • 5 kleine Packungen mit Süßigkeiten
  • 2 Packung Kekse   

Dann haben wir die Notfallpäckchen in große Kartons oder Stoffsäcke getan. Diese wurden dann von der Polizei abgeholt und zum Flughafen gefahren und von dort aus in die betroffenen Gebiete geschickt.
Doch das großes Problem mit den Hilfslieferungen ist jedoch, dass sie nicht alle betroffenen Gebiete erreichen, da die Infrastruktur komplett zusammengebrochen ist. Das heißt die Menschen dort sind auf sich alleine gestellt und haben fast nichts zu essen oder zu trinken. Hoffentlich ändert sich das bald!!!


   
Ich packe Reis in die Notfallpäckchen




Stoffsäcke mit Essen und Trinken


Sonntag, 10. November 2013

Der Taifun Yolanda (Haiyan) 

Für die es noch nicht mitbekommen haben: Eine riesen Katastrophe hat sich vor 3 Tagen auf den Philippinen abgespielt. Der Taifun Haiyan, der auf den Philippinen Yolanda genannt wird, hat in Visayas (dem mittleren Teil der Philippinen) großen Schaden angerichtet. Besonders in der Provinz Leyte hat Yolanda alles überrollt. Teilweise sind komplette Städte zerstört worden. Die philippinischen Medien sprechen von mehr als 10.000 Toten. Dementsprechend ist die Stimmung auch nicht betroffenen Städten wie Gensan sehr drückend. Mir und allen anderen "Afslern" geht es, soweit ich gehört habe, gut. 

Denkt an die Opfer und helft wenn es irgendwie geht!

Für weitere Informationen ist hier ein Link:
http://www.philstar.com/headlines/2013/11/10/1255159/typhoon-death-toll-could-reach-10000



Zerstörungen in der Stadt Tacloban
Die Stadt Tacloban auf der Insel Leyte (Quelle: Reuters, kein eigenes Foto)

Sonntag, 29. September 2013

Philippinisches Essen 


Wenn ich die philippinische Küche, die ich bis jetzt kennengelernt habe, beschreiben müsste, dann würde ich sie als bodenständig beschreiben. Die meisten Gerichte basieren auf Fleisch und Fisch. Das Hauptnahrungsmittel ist Reis, der Tagesbedarf an Reis liegt bei 200-300g, dass ist weltweiter Rekord. Neben Reis gibt es meistens Fisch, Fleisch oder Meeresfrüchte, egal ob zum Frühstück, zum Mittag oder zum Abendbrot. Das Essen bei mir zuhause oder in den Restaurants ist meistens sehr stark gewürzt. Im allgemeinen mag ich es wenn Gerichte stark gewürzt sind. Doch hier hat der Ausdruck "stark gewürzt" für mich eine ganz neue Bedeutung bekommen. Ich glaube meine Geschmacksnerven haben sich schon so an das stark gewürzte Essen gewöhnt, dass ich europäische Gerichte immer nachwürzen muss.

Es wird geteilt 


Man kann bei einer philippinischen Mahlzeit eigentlich nicht von einem Gericht sprechen. Das Prinzip ist mit den spanischen Tapas zu vergleichen. Nur das die "philippinischen Tapas" deutlich größer sind, soll heißen so groß wie ein Teller und pro Mahlzeit gibt es "nur" 2-4 "Tapas". Die "philippinischen Tapas" werden zwischen den einzelnen Personen geteilt, auch im Restaurant. Das jeder sein eigenes Gericht im Restaurant bestellt gibt es hier nur sehr selten. Man bestellt zusammen für alle.

Messer und Löffel 


Als Europäer ist man es gewöhnt mit Messer und Gabel zu essen. Hier isst man ausschließlich mit Löffel und Gabel. Das Messer kommt nur zum Einsatz, wenn etwas sehr schwer zu schneiden ist. Doch wenn es gebratene Gerichte gibt, wird meistens mit Händen gegessen, auch in Restaurants. Dementsprechend werden vor und nach der Mahlzeit die Hände gewaschen.

Obst


Neben den bekannten Früchten Mango, Ananas, Zitrone, Papaya und Banane gibt es auch viele lokale Früchte, die ich vorher noch nie gesehen habe: 
  • Lanzones 
  • Durian
  • Rambutan  
  • Marang 
  • Guyabano 
  
Lanzones
Rambutan
   
Durian
Marang
Guyabano

"Gemüse kommt selten allein"


Reine vegetarische Gerichte habe ich hier noch nicht gesehen. Zum Gemüse wird immer Fleisch hin zugegeben, obwohl es vermutlich wenige Länder auf der Erde gibt, die einen so großen Reichtum an Obst und Gemüse aufweisen können wie die Philippinen. Der vulkanische Boden ist sehr fruchtbar. Also Vegetarier haben es hier echt schwer ein Gericht ohne Fisch oder Fleisch zu finden. 
Auf besondere Gemüse Arten bin ich hier noch nicht gestoßen. Wenn es Gemüse gibt dann meistens Kürbis, Kartoffeln, Salat, Möhren und andere Wurzeln.

Suppen


Was hier als Suppe bezeichnet wird, ist für mich mehr heißes Wasser mit Fleisch/Fisch und Gemüse. Soll heißen pürierte Suppen, wie in Deutschland uns gibt es eigentlich nicht. Deswegen kriegt man schon etwas Sehnsucht nach einer Kartoffel- oder Kürbissuppe.

Getränke


Bei mir Zuhause gibt es entweder verschiedene Säfte oder stilles Wasser. In den Restaurants gibt es neben dem "Service Water" (Leitungswasser) meistens auch Softdrinks.
Die größte Biermarke hier ist San Miguel, die ca. 8 verschiedene Biersorten produziert. Ansonsten wird auch mal gerne ein Light Brandy getrunken.

Fastfood


Wenn man über philippinischen Essen spricht, muss man auch die vielen Fastfoodketten erwähnen, da hier sehr viel Fastfood gegessen wird. Nach meiner Meinung ist das zu viel... Neben Burgern und Pizza wird hauptsächlich Chicken mit Reis angeboten, selbst McDonalds bietet hier hauptsächlich Chicken mit Reis an. Die größten Fastfoodketten sind hier KFC, Mcdonalds, Jollibee und Chowking.

Meine persönlichen philippinischen Delikatessen 


Larchon

  • Wenn es was zu feiern gibt, dann gibt es meistens Spanferkel (Larchon). Also ein Ferkel, das über einem Feuer gebraten wird. Wenn es dann fertig ist, schneidet sich jeder etwas heraus. Das hört sich jetzt irgendwie schlimm an, ist es aber eigentlich nicht. Larchon ist auf jeder Party der Renner. Nach spätestens 20 Minuten ist nur noch der Kopf und das Skelett übrig. 

Kinilaw
  • Das ist Roher Fisch mit etwas Knoblauch, Zwiebeln, Chili, Limone. Ist oft scharf, aber ist hier fast zu meinem Lieblingsgericht geworden.

"Streetfood"


Gensan ist bekannt für Streetfood. Auf dem Bürgersteig oder am Straßenrand gibt es kleine Stände oder offene Geschäfte, die kleine Mahlzeiten oder Snacks für sehr wenig Geld verkaufen. Das sind meistens sehr einfache Essen:

  • Pastil (Reis mit etwas Soja Soße)
  • Gebratener Fisch 
  • Gebratene Organe  
  • Balut (ein 16,18 oder 21 Tage altes Hühnerei)
  • Pfannkuchen
  • Frittierte Fleisch- oder Fischspieße
  • Ei mit einer Soße 
  • Pansit (philippinische Nudeln)  
  • Gemüse 
Ich esse relativ häufig "Streetfood", weil vieles gut schmeckt und man zahlt pro Essen nicht mehr als 20 Peso (ca. 35 Cent).

Ein Stand mit "Streetfood"

Das Auge isst nicht mit 


Wenn mal man von den teuren Restaurants absieht, wird das Essen nicht gerade schön angerichtet. Das liegt zum einen, dass das Essen oft in Soße eingetaucht ist, andererseits glaube ich, dass man einfach nicht so viel Wert auf das Aussehen der Mahlzeiten legt. Hauptsache es schmeckt!

Es wird alles gegessen


Mit alles meine ich auch alles. Manches was in Europa als eklig angesehen wird, wird hier teilweise gegessen. Ich meine damit Innereien, Haut, Blut usw. Und zum Teil schmeckt das auch! Wenn man erstmal seine Voreingenommenheit ablegt hat, verliert man auch die Scheu davor.

Ein Beispiel: Beim Thunfisch wird nicht nur das Fleisch gegessen, sondern auch der Kopf, die Innereien und die Haut. 

Hier eine Liste was ich hier schon gegessen habe:
  • Fischkopf
  • Fischeier 
  • Fischhaut
  • Balut
  • Fischorgane 
  • Schweinehaut 
*Schmeckt fast alles richtig gut.

Meine Meinung 


Das philippinische Essen ist etwas ganz anderes als die deutsche oder europäische Küche. Doch schon jetzt konnte ich mich schon mit ihr anfreunden, obwohl mir Manches überhaupt nicht schmeckt, aber das ist wohl in jeder Esskultur so, werde ich versuchen einige Gerichte in Deutschland beizubehalten.